Die Anfänge

Wenn man einen Vater wie Helmut Teitz hat, dann kommt man vermutlich nicht umhin Motocross-Rennfahrer zu werden. So war es jedenfalls bei Frank Jansen-Teitz aus Heinsberg. Vater Helmut war ein begeisterter Hobby-Rennfahrer bei den Amateuren in den 70er Jahren, der spät mit dem Motocross begann und auch keine nennenswerten Erfolge einfuhr. Aber Vater Teitz war ein positiv Verrückter. Wer schweisst schon einem dreijährigen Kleinkind Stützräder eines Kinderfahrrads an ein Motorrad? Vermutlich niemand. Vater Teitz tat dies jedoch 1982. Und im Umfeld seiner Bosch-Werkstatt Teitz in Hückelhoven am Niederrhein, drehte Frank seine ersten Runden auf Sandhügeln an der Baustelle der jungen, elterlichen Kfz-Werkstatt. Überhaupt war die Neckarstrasse im Gewerbepark Hückelhoven vom Rennsport begeistert. Hinter der Mauer des elterlichen Betriebes wuchs der spätere Formel-1-Testfahrer Jörg Müller (Arrows, Sauber, Williams) zwischen Zweirädern und Go-Karts auf. Dessen Vater Ewald wiederum war Kart-Europameister in den 70ern. Und am anderen Ende der Strasse war die Werkstatt von Helmut Hess, einem erfolgreichem Automobil-Rennfahrer aus dem Langstreckenpokal der 70er und 80er Jahre.

Erste Erfolge

Franks Heimatort Karken ist ein beschauliches Dorf mit eigenem Grenzübergang zu den Niederlanden. Karken gehört zur Kreisstadt Heinsberg und war bis dato regional bekannt für den Anbau von Rüben und Spargel. Der heimische Fussballklub Grün-Weiss Karken spielt in der Kreisliga A. Hier hilft Frank gerne noch mal in der zweiten Mannschaft aus, wenn er einen freien Rennsonntag hat. Die Nähe zu den Niederlanden sorgte auch dafür, dass Frank Jansen-Teitz einen Teil seiner Kindheit auf niederländischen Motocross-Bahnen verbrachte. Die niederländische Sprache wurde zu Franks zweiter Muttersprache. Als erstem Deutschen überhaupt gelang ihm der Titelgewinn eines Niederländischen Meisters bei den Junioren 1993. Im gleichen Jahr wurde der damals 13jährige Europameister bei den Junioren im Internationalen Amateurverband. Vieles deutete auf eine Profi-Karriere hin. Mit 18 Jahren stiess der stets gut gelaunte Heinsberger zum bekannten Rennteam von Sarholz, das auch Piloten in der Profi-WM einsetzt. „Da war ich einfach zu unerfahren und unbeständig weil ich glaubte, jedes Rennen in der ersten Runde entscheiden zu müssen. Die älteren Fahrer waren einfach viel abgeklärter, teilten sich das Rennen besser ein und schlugen in der zweiten Hälfte des Rennens routiniert zurück“, erinnert sich der Rheinländer an die vergebenen Chancen seiner ersten Jahre bei den Senioren.

Vor Dugmore und Coppins

Obwohl Jansen-Teitz in dieser Zeit gegen die Grossen der Szene nicht so schlecht aussah, blieb Frank das ewige, unbeständige Talent. „Heute top, morgen flop“, erinnert sich der heute 27jährige ungern an diese Zeit zurück. Am Ende blieb der 13. Platz in der Deutschen Meisterschaft bis 125 ccm im Jahr 1998. „Du musst auch mal Platzierungen nach Hause fahren, wenn Du in einer Meisterschaft gut abschneiden willst“, lehrt Jansen-Teitz heute als Instruktor in seiner eigenen Rennfahrerschule. Eine schwere Verletzung sorgte dafür, dass Jansen-Teitz in den Jahren 1999 und 2000 keine Rennen bestreiten konnte. Nach der Wiedergenesung im Jahr 2001 absolvierte Frank eine Ausbildung zum Kfz.-Elektriker, und startete fortan nur noch bei den Amateuren im Privatteam seines Vaters. Dort gewann er in der Folge einige national und international beachtete Rennen und Titel. “Ich bin dann sporadisch noch mal bei den Profis gestartet und holte mir da auf unterlegenem Material Platz 13 in Hawkstonepark (GB) und Platz acht beim Millennium-Worldcup in Bremen-Hoopepark unter den ganzen Weltstars. Ich habe in beiden Rennen große Namen hinter mir gelassen, darunter Joshua Coppins und Collin Dugmore. Das war eine große Genugtuung“, so Jansen-Teitz, “aber privat reichte das Geld nicht um da mitzuhalten.” In 2003 belegte der Heinsberger als Amateur Platz 3 in der internationalen Meisterschaft von Namibia vor Profi Colin Dugmore.

Entscheidende Begegnungen

Das erkannten in der Folge auch Stefan Nüsser (Solingen) und Werner Klaes (Königswinter), zwei routinierte Trainer und Teamchefs im Amateur- und Profi-Motocross. “Die haben mit mir an meinen Fehlern hart gearbeitet. Das war wegweisend für meine weitere Laufbahn“, so Frank Jansen-Teitz heute. Werner Klaes erinnert sich: “Frank war ein ungeschliffener Rohdiamant den es zu schleifen galt”. An einem Donnerstagabend im März 2005 begegnete Jansen-Teitz dem heutigen BMW-Werkspiloten Jörg Müller und dessen Entdecker Jochen Neubauer im Keller einer Diskothek nahe Heinsberg. Beide erkundigten sich nach dem Verlauf der Karriere. „Ich hatte grad einen Kreuzbandriss. Dann hat der Jochen gesagt, ich solle ihn montags mal in seinem Büro anrufen“, erzählt Frank. Neubauer, Müller und dessen Bruder Rainer wurden spontan Sponsoren und schnürten dem ehemaligen Nachbarsjungen ein Paket mit professionelleren Strukturen als Frank das gewohnt war. Trotz des Kreuzbandrisses wurde Frank noch im gleichen Jahr Deutscher Amateur-Meister in der Klasse 250/ 500 ccm. Den Europameistertitel 2005 verfehlte Frank Jansen-Teitz nur knapp, weil im entscheidenden Rennen ein